Bodensee Cup 2014 – eine Reise, die sich immer lohnt

Wie jedes Jahr um Christi Himmelfahrt zieht es einen guten Teil der internationalen 20R-Jollenkreuzer-Flotte nach Fischbach an den Bodensee. Dort gilt es einerseits den gleichnamigen Cup auszusegeln und andererseits die herzliche Gastfreundschaft im WVF zu genießen.

Am Mittwoch ging’s erstmal von Wien nach Salzburg, wo unser Mittelmann Bernd zustieg und wir unsere Reise im teilweise schon sehr starken Regen fortsetzten. Das ließ eigentlich wettertechnisch nicht viel Gutes erahnen. Richtung Bodensee klarte es aber immer mehr auf und als wir um zirka 22:00 Uhr zum Club einbogen lief uns als erstes Hirschi, der deutsche KV-Vorsitzende, über den Weg, der uns direkt zu den anderen schon oder (um diese Zeit) noch anwesenden Mitseglern dirigierte. Also erstmal Willkommensgetränk(e) genommen und mit unseren deutschen und schweizer Freunden Wiedersehensfreude gefeiert.

@ Schweiz gibt es ja sehr Erfreuliches zu berichten! Am Bodensee fanden sich fünf (!) eidgenössische 20er ein. Und das läßt hoffen, dass sich auch bei unseren Nachbarn wieder eine kleine Szene entwickelt. Leider nimmt mit Theo Zobrist und seiner Mannschaft nur ein Boot auch am Euro Cup in Neusiedl teil. Allerdings aufgrund der weiten Anreise von über 1.000 Kilometer und teilweise auch beruflicher Verhinderung auch wieder zu verstehen.

Am ersten Regattatag zeigte sich der See eigentlich von seiner besten Seite. Ab Mittag tadelloser Wind mit 10 bis 15 Knoten und Sonnenschein. Gute Bedingungen offensichtlich auch für die Jungs auf GER 1400 Christian, Fiddi und Daniel, die gleich einmal mit einem Start-Ziel-Sieg ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. Auf dem 2. Platz landete Rainer Winkelmann mit Sohn Knut, der hier sein von uns allen lange herbeigesehntes Comeback gab. Und gut ist es – wir haben dich wirklich schon vermisst, Knut!!! Am 3. Platz dann Andi, der hier, nach seinem 2. Platz bei den German Open 2012 und dem 2. Platz beim Bodensee Cup 2013, ebenfalls als Favorit galt.

Die zweite Wettfahrt an diesem Tag wurde im immer mehr abnehmenden Wind gestartet und für uns leider (allerdings völlig zurecht) abgebrochen. Hieß das Zwischenergebnis vor Abbruch doch AUT 129 vor AUT 190. Also rein in den Hafen und nach Stegbier und einem schnellen Saunadurchgang in der Traube Österreicher-Abend beim Spicy Grill. Leider war der Koch an diesem Abend nicht so gut drauf (O-Ton der Wirtin) und wir verbrachten erstmal zwei Stunden mit Warten. Wurden aber dann mit sehr gutem Essen belohnt und haben beim Gehen schon mal für nächstes Jahr vorbestellt – nicht den Tisch, aber das Essen 😉

Im Club dann wieder ausgezeichnete Stimmung. Die eigene Clubbar, die es seit einem Jahr gibt, ist einfach genial und dem Bruder von Wettfahrtleiterin Claudia gilt unser allergrößter Dank. Der arbeitet nämlich im Getränkegroßhandel und hat Schwesterherz doch glatt mit beliebten Sonderangeboten der Marken Havanna Club und Gordons eingedeckt, die annähernd zum Selbstkostenpreis weitergegeben wurden. Der kleine Rest floss direkt in die Jugendkassa und die wollte ja unterstützt werden!

Der zweite Tag – konfrontiert mit den laut Wetterbericht nicht ganz einzuschätzenden Windverhältnissen für Samstag – bescherte uns vier Wettfahrten. In wunderbarstem 20R-Wind ähnlich dem Vortag untermauerte GER 1400 seinen Anspruch auf den Titel in den ersten beiden Tageswettfahrten so massiv, dass man eigentlich schon mit 1-2 Gehirnzellen an ein frühzeitiges Zusammenpacken denken konnte. Aber weit gefehlt! Mit dem sprichwörtlichen Rücken zur Wand knallte wiederum Andi danach zwei 1. Plätze hin, während sich Christian mit einem 2. und einem OCS den Rest des Tages auch ein bisschen anders vorgestellt hatte. Und auch dahinter entbrannte ein Dreikampf um den 3. Platz, wie es im Drehbuch nicht besser hätte stehen können. 3. Rang gesamt nach fünf Wettfahrten, Lokalmatador Ossi Münzer mit einem Punkt Vorsprung auf Rainer. Der wiederum war punktegleich mit dem 5. und auf dem lagen zu diesem Zeitpunkt wir auf AUT 129.

Also kam zu der anstehenden Seglerparty am Abend auch noch erschwerend hinzu, dass sich die Gegner ganz genau beobachteten, wann wohl der erste die Partynacht Richtung Bett verließ. Es wurde sogar über ganz miese Tricks von GER 1290 gemunkelt und ganz spannende Wetten mit ganz hohen Einsätzen (und wir reden hier nicht vom schnöden Mammon ;-)) abgeschlossen. Gott sei Dank hielten sich alle mit dem Schlafengehen zurück und so wurde es eine der lustigsten Nächte der 20R-Szene seit langem und ordentlich das Tanzbein geschwungen.

Also dann großer Showdown am Samstag. Sehr leichte Winde erwarteten uns und diese waren insgesamt sehr schwer zu segeln. Nicht schwer genug für Christian, der den Sack endgültig zumachte. Auch der beherzt kämpfende Andi, der einen großen Vorsprung seines Konkurrenten zwar mit allen Mitteln der Segelkunst deutlich zu verringern vermochte, aber für den entscheidenden Angriff dann doch zu weit weg war, musste das letztendlich anerkennen. Rainer, Knut und Sven ersegelten einen verdienten 3. Gesamtplatz und wir alle freuten uns ehrlich mit ihnen. Ja und am 4. Platz folgten dann schon wir als zweitbeste Österreicher. Ossi musste sich leider mit dem nicht sehr glücklichen 5. Platz zufrieden geben. Unsere weiteren Österreicher auf AUT 1370 – Luki, Michi und Kathi – erkämpften sich einen durchaus achtbaren 8. Platz. Böse Zungen behaupteten natürlich gleich vehement, dass das vor allem Kathi zuzuschreiben war, die ganz sicher optisch aber eben vielleicht auch seglerisch ein Schritt nach vorne war. Aber das sind nur (blöde) Gerüchte und entsprechen überhaupt nicht der Wahrheit – also der seglerische Teil zumindest 😉 Anerkennend stellte Kathi aber fest, dass zwischen 20er-Seglerparty und 420er-Seglerparty eigentlich kein Unterschied ist – abgesehen vom Durchschnittsalter der handelnden Personen vielleicht.

Wiedermal gilt unser Dank der tollen Organisation im WVF. Unter der Führung von Claudia gab’s am Wasser wie zu Land überhaupt nichts zu meckern und für uns Österreicher steht einmal mehr fest: Fischbach ist immer eine Reise wert.

Das Ergebnis gibt’s unter:

Klicke, um auf bodenseecup2014.pdf zuzugreifen

und die ersten Fotos von der Regatta hier:
http://www.20er-jollenkreuzer.org/galerie/id-2014/vars/bodenseecup-2014.html

 

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