Lupenreiner Hattrick beim Blauen Band

Tja, ich bin zwar (angesichts einer kleinen eigenen mentalen Aufarbeitungsphase) etwas spät dran, aber trotzdem hat sich das diesjährige Blaue Band vom Neusiedlersee eine Berichterstattung verdient. Vor allem weil es auch heuer wieder viele Sieger und natürlich auch Verlierer gab.

Großer Dominator war wieder einmal unser Thomas Dohnal mit seinen „starken Männern“  (und dabei bezieht sich „stark“ nicht nur auf die einwandfreie körperliche Verfassung, sondern hauptsächlich auf die seglerischen Vorzüge der drei). Im Gegensatz zu letztem Jahr, wo Andi Zethner nach stundenlangem Segeln die Bugspitze ein paar Sekunden früher über der Ziellinie streckte, handelte es sich heuer fast um einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg (und das trotz Frühstarts!!!). Als 3. kurz nach der ersten Luv war es schon fast deprimierend, wie die drei auf der spitzen Raumen die Höhe halten konnten, während wir Verfolger quasi nach Lee investieren mussten. Damit legten Thomas, Werner und Lachi auch einen makellosen Hattrick (Sieger Silberreiher, IÖM und Blaues Band) hin.

Ein weiterer Sieger kommt zwar nicht aus unserer Klasse, unerwähnt möchte ich ihn trotzdem nicht lassen. Ging doch das weiße Band für den Besten nach berechneter Zeit an Dominic Marsano auf einer Sprinto. Zeitweise sogar in Führung liegend, ließ er sich bis zum Schluss von den ganz vorne versammelten 20R Jollenkreuzern nicht abschütteln, um ihnen im Ziel sogar die lange Yardstick-Nase zu zeigen.

Sieger war auch sicher der veranstaltende Club, der Union Yachtclub Neusiedlersee. In bewährt solider Manier wurde diese Veranstaltung, die ja doch völlig andere Anforderungen an die Regattaleitung und ihre Helfer stellt, als normale Up-and-Down-Wettfahrten, abgewickelt. Etliche Ausgefallene wurden raschest möglich geborgen und die Entscheidung den Start auf  09:00 Uhr vorzuverlegen hat auch etwas für sich. Soweit zum Wasser. An Land gab man sich ja sowieso keine Blöße. Am Vortag servierte man regionale Schmankerln, gesponsert von North Sails uns SLAM in bekannter Personalunion namens Hans Spitzauer (und damit aus der selben Quelle, wie die Segeltaschen, die es statt der üblichen Leiberl gab. Meine hat zwar den Wasserdichtheitstest im Bauch unseres 20Rs nicht bestanden, ist aber trotzdem sehr schick und wird mich hoffentlich noch auf viele Regatten begleiten). Ja und die Party nach der Siegerehrung hat ja fast schon so viel Tradition, wie die Regatta selbst. „Gin Tonic in Strömen“ kann man sogar auf der offiziellen ÖSV-Seite lesen.

In gewisser Weise kann sich auch unsere gesamte Klasse wieder als Sieger fühlen. Wurde doch im Vorfeld vielerorts gemunkelt und spekuliert, ob die Vormachtstellung der 20R-Jollenkreuzer beim Blauen Band nicht heuer ein jähes Ende findet. Tritt doch oben erwähnter Hans gleich mit zwei seiner selbstdesignten schnellen Lagos an… Der langen Rede kurzer Sinn – heuer nicht – wir bleiben weiter vorne.

Und damit kommen wir gleich zum ersten Verlierer. Denn nicht wir Jollenkreuzer-Segler konnten den Angriff der Lagos abwehren. Das taten diese selbst. Aus mit gebrochenem Ruder kurz vor bzw. kurz nach der ersten Luvtonne. Ein bitteres Schicksal. Ich freue mich jedenfalls schon auf ein neuerliches Duell im nächsten Jahr, das dann hoffentlich sportlich entschieden wird und nicht dem Material zum Opfer fällt.

Wie bitter so ein Ausfall ist, lernte ich selbst nicht einmal einen Schenkel später. Hatte sich AUT 129 schon letztes Jahr (und noch ohne mein Zutun ;-)) kurz nach der Vogelinsel das Ruder gebrochen, brach uns heuer an exakt der selben Stelle die gesamte Ruderanlage weg. Und das an sehr guter Position liegend und mit berechtigter Aussicht auf den 2. Platz (hinter Thomas fast schon sowas wie 2. Sieger). Als wär das nicht schon übel genug, stand uns noch eine fast zweistündige Längsseits-am-Motorboot-Fahrt bevor. Das nervenzerfetzende Quietschen, wenn Fender bzw. Holz auf Gummischlauch reiben, konnten nicht einmal die drei Bier und die Flasche Sherry lindern, die wir gottseidank dabei hatten. Dass diesmal die Party ohne uns stattfand und wir Trost bei der Familie (und im einen oder anderen Glas Wein) suchten, braucht man nicht weiter auszuführen.

Dritter Verlierer aus meiner Sicht – Andi, Erich und Helmut, die mit ihrem Ausfall wohl entscheidenden Boden im Kampf um die erfolgreiche Titelverteidigung des 20R Cup Austria verloren haben. Wenig Trost auch die Tatsache, dass sie mit ihrem übrig gebliebenen Ruderstummel aus eigener Kraft nach Mörbisch kamen.

Das Ergebnis findet sich unter http://www.uycns.at/uycns/regatten_view/2013_blauesband
D
en ÖSV-Bericht gibt’s hier: http://www.segelverband.at/de/breitensport/news/blaues-band-vom-neusiedler-see-1

Bleibt am Schluss noch eine Siegerin der anderen Art zu erwähnen. Unsere Silvia Petz feierte nämlich am selben Tag ihren gefühlt maximal 25sten Geburtstag. Und was gibt es schöneres als, anlässlich dessen, vom eigenen Mann ein Blaues Band zu Füßen gelegt zu bekommen 🙂

 

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